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Osttirol ist ein Geheimtipp. Abseits des Massentourismus' kann
man dort Ruhe, Natur und Erholung grandios vereinen. Eine stolze
Bergkulisse und sattgrüne Almen machen den Aufenthalt zu
einem wahren Erlebnis. Brauchtum und Tradition werden gewissenhaft
gepflegt und an die nächste Generation weitergegeben. Ob
Familie oder Single, ob jung oder alt - Osttirol hat einiges zu
bieten, wobei man schon bei der Einreise merkt, das es ein wenig
ruhiger zugeht als anderswo: Nicht ein Stück Autobahn führt
durch die Region!
Osttirol erstreckt sich zwischen den Tauern und dem Karwendel,
im Süden von Österreich. Seine Grenzen teilt es sich
mit Italien (Südtirol), Kärnten und dem Salzburger Land.
Zu Nordtirol besteht seit 1919, als Folge des ersten Weltkriegs,
kein direkter Zugang. Aber auch mit dem "Rest der Welt"
verbindet Osttirol "nur" 6 Straßen - wobei fünf
der Wege über Pässe führen und die sechste durch
den Felbertauerntunnel.
Dafür wartet auf Wanderfreunde ein dichtes Netz an beschilderten
Wanderwegen. Gemütlich in den Tälern oder als Gipfelstürmer
hoch hinaus - unerschöpflich sind die Angebote an der frischen
Luft. Ein Erlebnis der besonderen Art bietet die schöne Sommerroute
"Hoch Tirol": Eine sechstägige Bergtour, die vorbei
an Gletschern und hinauf zum Großvenediger führt. Sich
einige Tage in der intakten Natur bewegen und Ruhe einatmen -
was erfreut das Wanderherz mehr? Aber damit nicht genug: Auch
im Winter ist es möglich, sich auf eine ähnliche Tour
zu begeben: Die Skiroute Hoch Tirol. Auch dabei wird der Natur-
und Sportfreund schnell eins werden mit der Natur. Die einzigartige
Bergkulisse vor Augen und das Gefühl der Freiheit zu spüren
machen Lust auf mehr. Dazu gibt es in Osttirol unzählige
Möglichkeiten, denn rund 360 Kilometer präparierte Skipisten
stehen dem Wintersportler zur Verfügung. Hinzu kommen Fun-Parks
und Halfpipes für Snowboardfahrer. Natürlich sind nicht
nur die Profis auf Skiern willkommen, sondern auch die Hobbyalpinisten
wobei die Osttiroler Gemütlichkeit für alle nicht zu
kurz kommt! Wer sich lieber auf Langlaufskier begibt, der hat
auf über 400 Kilometer Loipen die Möglichkeit dazu.
Auch dort gibt es Angebote für in jedem Schwierigkeitsgrad.
Ein Sportereignis der Extra-Klasse ist der jeweils am dritten
Wochenende im Januar stattfindende "Dolomitenlauf".
Mehr als 3.000 Skiläufer aus aller Welt kämpfen dann
in einer Landschaft von strahlendem Weiß um Medaillen.
Ein guter Ausgangspunkt für Wander-, Berg- und Skitouren
ist Matrei. Herrlich gelegen an den Hohen Tauern, hat man von
diesem Ort die Möglichkeit über 100 Dreitausender zu
bezwingen. Dazu gehört selbstverständlich auch der Großvenediger
mit seinen 3.674 Metern. Dieser Aufstieg lässt sich seit
einigen Jahren als Pauschalangebot buchen. Wer Matrei besucht
und erst vor Ort seine Wander-, Berg- oder Skilust feststellt,
kann sich die wichtigen Ausrüstungen mieten. Matrei ist ansonsten
ein gemütliches Städtchen, in dem sich gut verweilen
lässt.

Aber auch für Menschen, die den Trendsportarten zugetan
sind, hat Osttirol einige Schmankerl parat: Die Isel beispielsweise
ist einer der Top-Raftingflüsse in Österreich. Dort
wird Abenteuer pur angeboten. Der Fluss und die Umgebung machen
eine Wildwassertour zum einmaligen Erlebnis. Wer lieber hoch hinaus
möchte, dem sei Canyoning ans Herz gelegt. Hohe Berge und
tiefe Schluchten bieten sich geradezu an um entdeckt zu werden,
wobei es vorkommen kann, dass man sich bis zu 60 Meter abseilen
muss, um vorwärts zu kommen! Ansonsten helfen Bogenschiessen,
Rollerskating und Tandem Paragliding, um dem Ferienaufenthalt
den ultimativen Kick zu verpassen.
Für Liebhaber des Drahtesels ist der "Drauradweg"
ein Muss. Auf einer Länge von 250 Kilometern erwarten einzigartige
Landschaften, gemütliche Ortschaften, Burgen und Schlösser.
Das Drautal schlängelt sich durch tiefe Schluchten von Sillian,
auf italienischem Boden, bis hinauf nach Kärnten.
Der Radwanderweg ist besonders gut für Einsteiger und Familien
geeignet, da die Strecke keine Steigungen aufweist. Entlang des
Weges befinden sich eine Vielzahl von "Drauradwegwirten",
die mit Unterkunft, Verpflegung und Tipps gerne zur Verfügung
stehen. Passiert man das Villgratental, sollte man unbedingt eine
Pause einlegen: Das Tal, welches über eine einzigartige,
fast unberührt Natur verfügt, eignet sich nämlich
hervorragend zum "Seele baumeln" lassen. Darüber
hinaus ist im Villgratental eine alte Tradition zu Hause: die
Bildschnitzerei. Um diese Tradition für die Zukunft zu erhalten,
haben Besucher vielerorts die Möglichkeiten der Arbeit beizuwohnen,
sie anzuschauen und selber Hand an zu legen. Aber nicht nur für
Hobbyradfahrer hat Osttirol Überraschungen parat, sondern
auch für ehrgeizige und trainierte Pedal-Ritter: Die Pustertaler
Höhenstraße, welche bei der "Giro d'Italia '94
" und der "Giro del Trentino '97" als Streckenabschnitt
diente, erfordert von seinen Bezwingern allerdings etwas Kondition.
Im Norden Osttirols befindet sich eines der größten
Naturreservate Europas: Der Nationalpark Hohe Tauern. Mit imposanten
1800 km² Gesamtgröße erstreckt er sich über
Tirol, Kärnten und Salzburg wobei Osttirol einen 610 km²
großen Anteil an dem Nationalpark hat. In seiner eindrucksvollen
Hochgebirgslandschaft können zahlreiche Pflanzen und Tiere
beobachtet werden, und vor allem Vogelkundler kommen auf ihre
Kosten. Sechs Informationsstellen stehen Besuchern innerhalb des
Parks zur Verfügung. Hinzu kommen Führungen zu verschiedenen
Themen. Auch geführte Trekkingtouren zu atemberaubenden Aussichtsplätzen
sowie landschaftlichen Schönheiten werden vom erfahrenen
Personal des Naturparks angeboten.
Osttirol ist traditionell eine Region für Kulturinteressierte.
Viele romanische und gotische Landkirchen sind großartig
erhalten und auch zu besichtigen - allerdings muss man sich vorher
den Schlüssel holen, um hinein zu kommen! Gemütlicher
und bodenständiger geht es kaum.
Lienz ist die größte Stadt in Osttirol und zugleich
Bezirkshauptstadt. Das "Tor der Tauerntäler" ist
ein beliebtes Ausflugsziel und bietet beste Möglichkeiten
zum Einkaufen und Shoppen. Die Lienzer Altstadt erstreckt sich
rechts und links der Isel und lässt reichlich Gelegenheit,
in einem der Cafés auszuruhen und das Stadtleben auf sich
wirken zu lassen. Erfreulicherweise liegen die jährlichen
Sonnenstunden in Lienz deutlich über dem österreichischen
Durchschnitt. Unbedingt anschauen sollte man sich das Schloss
Bruck, welches sich im Westen der Stadt auf einer bewaldeten Anhöhe
erhebt. Neben dem Osttiroler Heimatmuseum befindet sich im Inneren
der alten Gemäuer eine Galerie, die 50 Werke des Malers Albin
Egger-Lienz zeigt. Der Maler bevorzugte, ebenso wie sein Lehrer
Franz Defregger dessen Werke gleichermaßen ausgestellt sind,
als Motiv das Tiroler Land und seine Bewohner.
Ein echtes Osttiroler „Schmankerl“ ist die römische
Stadt Aguntum - eine Römerstadt und Bischofssitz aus dem
Jahre 622. Sie befindet sich fünf Kilometer östlich
von Lienz, nahe dem Dorf Dölsach. Schon seit dem 18. Jahrhundert
werden in der antiken Siedlung Ausgrabungen vorgenommen. Heute
ist es ein einzigartiges Geschichtsdokument zum Anfassen, welches
nicht nur Hobbyarchäologen glückliche Stunden beschert.
Man kann die Entwicklung der Stadt Aguntum verfolgen und anhand
der Ruinen den Alltag der Römer nachvollziehen. Das Gebiet
um die Grabungsstätte ist enorm groß und fordert einige
Zeit, um entdeckt und erforscht zu werden. Eine Brückenmautstelle
markierte damals wie heute den Eingang in die Römerstadt.
Hinzu kommen verschiedene Formen von Stadtvierteln: Handwerkerviertel
oder das Viertel der reichen Kaufleute. Einmalige Gebäude
sind die Stadtmauer mit Toranlage, eine frühchristliche Kirche
mit Grabkapelle und die Thermenanlagen. In einem echten Atriumhaus
befindet sich heute das Grabungsmuseum, welches aufzeigt, wie
die Ausgrabungen vonstatten gehen und welche Dinge gefunden wurden.
Gleich um die Ecke von Aguntum befindet sich Lavant, ein weiterer
Ausgrabungsort, der das "Kleine Aguntum" genannt wird.
Zu sehen sind freigelegte Tortürme und eine frühchristliche
Kirche. Im Gemeindehaus von Lavant kann man zudem eine tolle archäologische
Ausstellung besuchen und sich mit Hintergrundwissen versorgen.
Im Virgental wartet der „Weg der Sinne“ auf jung
und alt. Mit einfachen aber effizienten Hilfsmitteln wird versucht,
die Wahrnehmung für die Natur zu schärfen oder zu erneuern.
Durch Riechen, Tasten und Hören werden „normale“
Dinge plötzlich ganz anders gesehen.
Zum Schluss noch ein Geheimtipp: Falls man an einem Dienstag,
Donnerstag oder Samstag in Obertilliach weilt, sollte dort unbedingt
übernachtet werden - aber nicht erschrecken, denn um Mitternacht
begibt sich dort der Nachtwächter mit Hellebarde und Laterne
auf den Weg, um die Menschen zu erinnern, dass es Zeit fürs
Bett ist. „Hört ihr Leut...“.
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