|
Das Fichtelgebirge im Nordosten von Bayern wird wegen seines
Aussehens und seiner Beschaffenheit als grünes Hufeisen aus
Granit bezeichnet. Die weiten Wälder in der hügeligen
Landschaft bedecken wie ein Mantel das harte Gestein. Nur an wenigen
Stellen treten die Felsen an die Oberfläche. Dann haben sie
oft fantastische Formen und werden als Labyrinth, Matratzenlager,
Felsen- oder Blockmeer bezeichnet. Entstanden sind diese Felsformationen
nach einem langen Verwitterungsprozess und nicht durch Vulkanexplosionen.
Die weicheren Gesteinsschichten sind zerfallen und nur die harten
Granitfelsen erhalten geblieben. Die höchsten Gipfel des
Fichtelgebirges sind mehr als 1 000 Meter ü.d.M. hoch. Zu
allen Jahreszeiten ist die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft
ein lohnendes Urlaubsziel.

Geschichte
Bis vor rund 200 Jahren war die Region in zahlreiche Kleinstaaten
aufgeteilt. Die Markgrafen bekannten sich zur reformatorischen
Lehre. Deshalb mussten sie sich der Anfeindungen der umliegenden
katholischen Bistümer erwehren. Die Bewohner wurden nicht
gefragt, hatten aber unter den Auseinandersetzungen zu leiden.
Im Jahr 1792 vermachte Markgraf Carl Alexander seine Fürstentümer
Ansbach und Bayreuth an das Königreich Preußen. Aber
der französische Kaiser Napoleon hatte andere Vorstellungen
und so wurde der gesamte fränkische Raum Anfang des 19. Jahrhunderts
dem Königreich Bayern zugeordnet.
Naturschätze
Wunsiedel bildete seit dem späten Mittelalter das Zentrum
des Bergbaus im Fichtelgebirge. Seit dem 15. Jahrhundert wurden
Metalle, darunter Gold, Silber und Zinn, gefördert. Einen
Goldrausch lösten Ende des 17. Jahrhunderts Goldfunde in
einigen Schächten bei Kronach aus, die ergiebiger waren als
im übrigen Deutschland. Die kleine Stadt Kronach erhielt
den Namen Goldkronach. Schließlich wurde die Goldförderung
unrentabel und der gesamte Bergbau kam in den zwanziger Jahren
des 20. Jahrhunderts vollständig zum Erliegen.
Der größte Schatz des Fichtelgebirges ist der Wald.
Er hat dem Territorium seine unverwechselbare Prägung gegeben.
Viel Holz wurde gebraucht, um Holzkohle herzustellen und die geförderten
Erze zu verhütten. Heute dient der Wald in erster Linie als
Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sowie als Erholungsraum
für Einheimische und Urlaubsgäste. Er bildet die Grundlage
für die Einnahmen aus dem bedeutenden Wirtschaftszweig Tourismus.
Neben dem Wald ist das Wasser ein weiterer natürlicher Schatz,
der bis heute genutzt wird. Aus den Tiefen der Erde kommt das
mineralienhaltige Heilwasser. Es entfaltet seine gesundheitsfördernde
Kraft bei Kneippanwendungen, bei Trink- und Badekuren. Im westlichen
Fichtelgebirge liegt der von steilen Felsenhängen umgebene
Luft- und Kneippkurort Bad Berneck.
Am Ochsenkopf entspringt eine Quelle mit dem Namen Main. Bereits
100 km später ist daraus ein schiffbarer Fluss geworden.
Ihren Anfang nehmen in diesem Bereich auch die Flüsse Eger,
Saale und Naab, die in alle Richtungen fließen. Das Fichtelgebirge
bildet die zentrale europäische Wasserscheide. Während
einige Flüsse in nördlicher und westlicher Richtung
zum Rhein und zur Elbe gelangen und schließlich in der Nordsee
münden, suchen andere ihren Weg nach Süden und kommen
über die Donau schließlich ins Schwarze Meer.

Porzellan
Aus den im Fichtelgebirge vorhandenen Rohstoffen Porzellanerde,
Kaolin, Felsspat und Quarz wird Porzellan hergestellt. Noch heute
entstehen rund 80 Prozent des deutschen Porzellans im Bereich
des Fichtelgebirges. Die Wiege der Porzellanindustrie befindet
sich in Hohenberg an der Eger, wo Anfang des 19. Jahrhunderts
der 18-jährige Carolus Magnus Hutschenreuther mit der Produktion
des „Weißen Goldes“ begann. Das Deutsche Porzellanmuseum
vermittelt einen umfangreichen Einblick in die Herstellungsweise
des Porzellans und zeigt ein umfangreiches Sortiment von Kunst-
und Gebrauchsgegenständen aus diesem Material.
Schon von weitem begrüßt die größte Kaffeekanne
der Welt die Besucher der Stadt Selb, der größten Porzellanstadt
in Deutschland. Heute bildet die Stadt den Sitz von gleich drei
weltberühmten Porzellanfabriken. Auch das Stadtbild ist von
Porzellan geprägt: Auf einer mit Porzellan gepflasterten
Gasse gelangt man zu zwei Porzellanbrunnen und zum Rathaus mit
Porzellanbildern, einem Porzellanfußboden und einem Glockenspiel
ebenfalls aus Porzellan. Auch in Arzberg und weiteren Ortschaften
rund um das Fichtelgebirge wird Porzellan gefertigt.
Kunst und Kultur
In Bayreuth am südwestlichen Rand des Fichtelgebirges befinden
sich zwei der berühmtesten Opernhäuser Europas. Das
Markgräfliche Barocktheater ist bereits mehr als 250 Jahre
alt und besticht durch seine prachtvolle Innenausstattung im Stil
des italienischen Spätbarock. „Erst“ seit rund
120 Jahren werden im alljährlich ausverkauften Festspielhaus
die musikalischen Werke von Richard Wagner aufgeführt.
Sehenswerte Bauwerke in Bayreuth sind der Landschaftspark Eremitage
mit dem 1715 fertiggestellten Alten Schloss und dem einige Jahrzehnte
später errichteten Neuen Schloss. Den Mittelpunkt des Neuen
Schlosses bildet der Sonnentempel im Stil des Rokoko mit dem vergoldeten
Sonnenwagen Apolls.
Freizeitangebote
Wandern
Ein dichtes Netz von gut markierten Wanderwegen mit einer Länge
von mehreren tausend Kilometern erschließt die vielseitige
Mittelgebirgslandschaft mit zahlreichen Naturschönheiten.
Die Höhepunkte im wahrsten Sinne des Wortes bilden der Schneeberg
mit seinen 1 051 Metern ü.d.M. als höchster und der
Ochsenkopf mit seinen 1 024 Metern ü.d.M. als zweithöchster
Berg des Fichtelgebirges. Sehenswert ist das Luisenburg-Labyrinth,
eine Ansammlung von riesigen, übereinanderliegenden Granitfelsen.
Ein 2 Kilometer langer Weg führt mit Stegen und Treppen durch
das sagenumwobene Gebiet. Das Häuselloher Moor ist nach seiner
Renaturierung unter Naturschutz gestellt und gibt einer artenreichen
Fauna und Flora einen neuen Lebensraum.
Baden und Wassersport
Die größeren Seen im Fichtelgebirge – Weißenstädter
See, Fichtelsee – sind beliebte Ausflugsziele. Sie bieten
Gelegenheit zum Baden und Schwimmen im kristallklaren Wasser und
werden gerne von Surfern und Ruderern für ihren Sport genutzt.
Wintersport
Im Fichtelgebirge wird den Ski-Langläufern und Ski-Wanderern
ein gut markiertes und teilweise zusammenhängendes Loipennetz
von rund 400 Kilometern Länge geboten. Hinzu kommt eine wettkampfgerechte
Biathlonanlage. Den Alpin-Skifahrern stehen 28 Liftanlagen zur
Verfügung, davon allein 19 um den über 1 000 Meter hohen
Ochsenkopf. Die Abfahrtsstrecken bieten alle Schwierigkeitsgrade.
Die Natur: Landschaftsbilder der Oberpflzer Juratler:
Hier gibt es
sie noch die unverbrauchte Naturlandschaft, die durch ihre Vielfalt und
Gegenstzlichkeit besicht. Naturfreunde erkennen schnell warum: Ein
artenreiches Mosaik aus Flusstlern der Weien und Schwarzen Laaber, der Sulz
und der Schwarzach prgt die Landschaft. Eine idyllische Natur mit Wldern,
reich an weien Felslandschaften, Mooren und Trockenrasen. Durch Arten- und
Biotopschutzprogramme sind Rad- und Wandertouren mit Infotafeln entstanden, die
ber Sandrasen, Zeugenberge und bedrohte Tier- und Pflanzenarten
unterrichten:
Der
Wanderweg Im Land der tausend Quellen
Der Wasser und Mhenweg im Tal der Weien
Laaber beispielsweise: Von der Quelle bis zur Mndung wurde der
Elitebach Deutschlands mit seinen Seitentlern zum ABSP-Gebiet (Arten
und Biotopschutz-Programm) erklrt. Zahlreihe Quellbiotope, wrmebegnstigte
Waldsume, Magerrasen - eine Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht. Auf vier
Etappen kann dieser Weg erwandert werden (100-seitige Broschre 7,- Euro).
Die Zeugenbergrunde
ist eine 40 km lange Radtour sdwestlich von Neumarkt. Hier wurde im
Projektgebiet des Biotopverbundes Netzwerk Sulztal ein erstklassiger
Radweg geschaffen. Ein familienfreundlicher Rundweg auf ebener Strecke an
verschiedenen Bausteinen vorbei durch eine einzigartige Landschaft aus der sich
zahlreiche sogenannte Zeugenberge erheben.
Der Biberweg
in Deining ist ein einstndiger Spaziergang auf der Suche nach Spuren, die
Meister Bockert in seinem Lebensraum hinterlassen hat.
Der Natur-Kultur-Pfad
auf dem Bucher Berg bei Breitenbrunn ist ein Rundweg mit nummerierten Stationen
ber Naturlandschaft aber auch Kultur von gestern und heute. Der ebenfalls am
Bucher Berg liegende Wildrosengarten mit
zahlreichen Wildrosenarten besticht durch seine schlichte Natrlichkeit!
Ein idyllischer
Wanderweg befindet sich im Rohrenstdter
Tal bei Berg! Ein naturbelassenes Bachtlchen, ca. 4 km lang, Refugium
seltener Libellen- und Pflanzenarten.
Die Knig-Otto-Tropfsteinhhe
ist eine der schnsten Hhlen der Oberpfalz! Gleich zwei Tropfsteinhhlen
befinden bei Velburg, die Knig-Otto-Tropfsteinhhle und die Adventshalle.
Beide werden Ihnen in einer Fhrung gezeigt!
Beide Kanle der Ludwig-Donau-Main-Kanal und
der neue Main-Donau-Kanal
durchziehen die Landschaft der Juratler. Zu Fu oder per Rad, ob auf dem
Personenschiff oder bei einer Treidelfahrt, erlebenswert sind sie allemal!
Nutzen Sie das umfassende Angebot, die Natur aktiv zu erleben
als Wanderung, mit dem Fahrrad, mit einer Bootstour auf der Altmhl oder
mit einer Schiff- oder Treidelfahrt auf unseren Kanlen.
|