 |
Spessart
Die
Landschaft mit ihren Naturparken und Weinbaugebieten, mit Burgen und Schlössern,
mit Märchen und Sagen ist kein Massentourismus-Gebiet, sondern gewissermaßen
Heimat auf Zeit für Urlauber, die Weinbergpfade, altes Kulturgut und eine
Schifffahrt auf dem Main zu schätzen wissen.
Die
beherrschenden, intakten Waldlandschaften mit großen zusammen hängenden
Eichen- und Buchenbeständen, oft älter als 300 Jahre, sind durchsetzt mit
Nadelhölzern. Im Vorspessart, in den Gebieten um Alzenau im Kahlgrund, um
Bessenbach im Bessenbachtal, sind alte Obstbaumgärten, Wildhecken und
Baumgruppen mit Äckern und Wiesen gemischt.
Entlang
des Mains im Bachgau und den Weinorten um Alzenau wie Hörstein, Michelbach und
Wasserlos prägen Weinreben das Landschaftsbild. Winzerdorf reiht sich an
Winzerdorf. Die typischen fränkischen Fachwerkbauten, spitzgiebelige Häuser,
engen Gassen und Weinstuben mit Butzenscheiben geben der Gegend eine heitere
Note.
Glanzlichter
des menschlichen Geistes kann der Gast auf kulturellem Gebiet in den Städten
der Ferienlandschaft finden. Aschaffenburg, die Metropole des Spessarts, hat ein
Spitzenangebot mit Stadttheater, Stadthalle am Schloss, Unterfrankenhalle und
der Stadtgalerie in der profanvisierten Jesuitenkirche. Ballett, Pantomime,
Kabarett, Kleinkunst und Kindertheater sind Aschaffenburger Angebote auf hohem
Niveau. Alzenau mit dem Kahlgrund, Gemünden, Lohr, Marktheidenfeld, Wertheim,
Amorbach, Miltenberg, Elsenfeld, Mespelbrunn (mit dem berühmten Wasserschloss),
Obernburg, die Schifferstadt Wörth, Großostheim mit dem Baugau und die
Rotweinstadt Klingenberg stehen mit vielen Sommer-Kulturfestivals auf kleinen Bühnen,
oft in prächtigen Bürgerzentren und Veranstaltungshallen, im Rampenlicht.
In
den Waldgebieten dagegen sind die Märchen lebendig. Nach deutscher Gründlichkeit
wurden sie wissenschaftlich erforscht und geschichtlich ausgewertet. Im
Spessartmuseum in Lohr am Main ist die Geschichte von Schneewittchen und den
sieben Zwergen nachzuvollziehen. Der Romantik-Schriftsteller Wilhelm Hauff
brachte mit seinen Märchen und Erzählungen viel "Sagenhaftes" unter das
Volk.
Ein
anderes Kapitel der Vergangenheit wird bei den Räubern aufgeschlagen. Die
Darstellung vom "Wirtshaus im Spessart" mit den Freilichtaufführungen vor
dem Wasserschloss Mespelbrunn lässt an den gleichnamigen Film zurück denken,
der 1957 gedreht wurde. Noch heute ist der alte Zelluloidstreifen mit Liselotte
Pulver im Spessartgebiet in aller Munde, und die "Spessart-Räuber" sind
gewissermaßen lebendig geblieben. Das "Schächerloch" an einem Wanderweg in
der Gemeinde Bischbrunn bestätigt den Urlaubern eindrucksvoll, dass sich in früheren
Zeiten die Räuberbanden nach getaner Arbeit dorthin zurückzogen. Selbst vor
dem "Arm des Gesetzes" waren sie in dieser Einsamkeit sicher!
Vogelsberg
Der
Vogelsberg ist ein erloschener Vulkan aus dem Jungtertiär. Die Region 70
Kilometer nordöstlich von Frankfurt/Main birgt das größte zusammenhängende
Vulkangebiet Europas mit einer Basaltfläche von 2500 qkm und einem Durchmesser
von 60 Kilometern. Über zehn Millionen Jahre lang war der Vulkan aktiv; er verhält
sich nun aber schon sieben Millionen Jahre ruhig. Der Oberwald mit dem
Hoherodskopf war das Zentrum des Vulkans. Seine Gestalt wurde durch immense
Abtragungskräfte, vor allem während der Eiszeiten, stark verändert - in einem
Ausmaß, das in keiner anderen Klimazone sonst zu beobachten ist. Typisch sind
die vielen strahlenförmig vom Vulkan hinabfließenden Bäche. Ein bunter
Flickenteppich aus Wiesen, Äckern und Wäldern prägt das Landschaftsbild. 38
Prozent der Fläche des Kreises besteht aus Wald. 50 % wird landwirtschaftlich
genutzt.
Die
Landschaft ist sehr abwechslungsreich, das Klima manchmal ein wenig rau - aber
die intakte Natur signalisiert: Ruhe, Geborgenheit, Gesundheit, Vielfalt,
Erholung. 1958 wurde erstmals in Hessen ein Naturpark geschaffen: der Naturpark
Hoher Vogelsberg. Er repräsentiert einen vielfältigen artenreichen Lebensraum
für Fauna und Flora. Das reizvolle Ambiente in den 19 Städten und Gemeinden
mit ihren zum Teil wunderschönen mittelalterlichen Ortskernen runden den
harmonischen Gesamtcharakter der Vogelsbergregion ab. Höchste Erhebung des
Vogelsbergs ist der Taufstein mit 774 Metern.
Geografisch
umfasst der Vogelsbergkreis im wesentlichen den Hohen Vogelsberg und dessen nördliche
Randbereiche. Fuldaer Senke im Osten, die Niederung der Schwalm und die
Oberhessische Schwelle im Norden und das Amöneburger Becken im Westen begrenzen
ihn.
Erstmals
in Hessen wurde die gute Topographie einer ehemaligen Bahnstrecke so konsequent
für die touristische Erschließung genutzt: Aus der Oberwaldbahn wurde der
Vulkan-Radweg - ein Highlight und schon längst kein Geheimtipp mehr für viele
Radler, Inliner und Rollskifahrer. Auf 27 Kilometern kann man ungestört die
herrliche Landschaft genießen. Der Vulkan-Radweg ist das Rückgrat eines
insgesamt sehr umfangreichen regionalen Radwegenetzes. Auch für Reiter, Golfer,
Wanderer, Winter- und Wassersportler gibt es im Vogelsbergkreis ein sehr
umfangreiches Angebot. Verknüpft mit dem Freizeit- ist der Kulturbereich. Viele
Gäste kommen aus nah und fern, um beispielsweise die Lauterbacher
Pfingstmusiktage, Alsfeld-MusikArt oder die Nieder-Mooser Orgelkonzerte zu genießen.
|
 |